Ich bin ganz Ohr

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Schwerhörigkeit ist leider nicht nur eine Sache des Alters, auch Kinder und junge Erwachsene können schlecht hören. Leider wird Hörminderung häufig spät bemerkt und behandelt.

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Stille. Kein Straßenlärm. Keine Menschen. Einfach nichts. Manchmal ist es schön, seinen Ohren eine winzige Pause zu gönnen. Schließlich leben wir in einer lauten Welt. Mit Motorengeräuschen, Lärm am Arbeitsplatz, Musik von Rockkonzerten, Nachtclubs oder der Stereoanlage – all das geht uns auf die Ohren. Die Zahl der Menschen mit Hörverlust nimmt drastisch zu. Untersuchungen zeigen, dass etwa 16 Prozent der Erwachsenen bei uns an so starken Hörminderungen leiden, dass ihr Alltag dadurch beeinträchtigt ist. „Dadurch, dass unsere Gesellschaft immer älter wird, werden es immer mehr Menschen, die schlecht hören“, so der Hals-, Nasen- und Ohrenarzt Primar Christoph Karas. Dass bei Fernseher und Radio die Lautstärke hochgedreht werden muss, der Betroffene im Gespräch öfter mal nachfragt, oder der Klang der geliebten Musik plötzlich fad und schlecht erscheint - all dies sind erste Hinweise auf schlechtes Hören. Meist bemerken es die Betroffenen selbst erst spät, oft sind es Partner und Nahestehende, die auf die Hörminderung hinweisen. Schwerhörigkeit und Hörverlust haben erhebliche Folgen auf die Qualität unseres Lebens. Meistens werden Hörprobleme nur Älteren zugesprochen, aber dies ist falsch. Hörprobleme und Hörminderungen können ähnlich dem Sehen in jedem Alter auftreten. Auch verläuft der Hörverlust oft in einem schleichenden Prozess, in dem hohe Frequenzen zuerst entfallen und sich das gesamte Hörspektrum nach und nach verringert.

Die Ursachen einer Schwerhörigkeit können Lärm, genetische Disposition, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, altersbedingter Elastizitätsverlust des Bindegewebes, häufige Mittelohrentzündungen und indirekt Rauchen sein. „Je nach Ursache und Ort der Schädigung werden zwei Arten von Schwerhörigkeit unterschiedenen“, so HNO Arzt Christoph Karas, „die Schallleitungs- und die Schallempfindungsschwerhörigkeit“. Häufig sind die Haarzellen im Innenohr geschädigt. Sie sorgen dafür, dass die mechanischen Schallwellen in elektrische Impulse umgewandelt werden, die dann über den Hörnerv ans Gehirn weitergeleitet werden, wo sie als Ton interpretiert werden können. Mit den Jahren lässt das Hörvermögen nach. Bei vielen Menschen beginnt dies etwa um das 50. Lebensjahr. Wenn das Hörvermögen im Alter einmal geschwächt ist, hilft nur noch eins: Ein Hörgerät und zwar möglichst schnell. Denn Menschen, die lange schlecht hören, begeben sich seinen Erfahrungen zufolge oft in die soziale Isolation, was gerade bei älteren Menschen auch in eine Depression münden kann. Ein weiterer Grund, der dafür spricht, sich möglichst bald beim Hörgeräteakustiker beraten zu lassen und eine Hörhilfe in Anspruch zu nehmen, ist die Tatsache, dass das menschliche Gehirn verlernt, Nebengeräusche herauszufiltern.

Akute Hörprobleme
Wenn Sie plötzlich auf einem Ohr schlechter oder gar nichts mehr hören, sich wie betäubt fühlen, dazu Ohrgeräusche, ein Druckgefühl im Ohr und eventuell auch Schwindel haben, können das Symptome für einen Hörsturz sein. Bei plötzlichen Hörstörungen sollte umgehend ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufgesucht werden. Das gilt auch für stechende Schmerzen, Hörprobleme und Tinnitus, die nach einem lauten Knall (Silvesterknaller, Feuerwerk) oder einer Explosion (Sprengarbeiten und ähnliches) im Ohr auftreten. Eine akute Lärmschwerhörigkeit benötigt wie ein Hörsturz sofortige Therapie. „Wenden Sie sich immer an Ihren Hausarzt beziehungsweise an einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt, wenn Sie den Eindruck haben, schlechter zu hören oder zu verstehen, auch wenn keine anderen Beschwerden dazu kommen. Mit gezielten Hörtests und Untersuchungen kann der Arzt Ursache und Form der Hörstörung feststellen und die notwendige Therapie einleiten“, rät Christoph Karas. Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und der Art der Schwerhörigkeit. Häufig kann sich das Ohr auch wieder erholen. Mitunter sind Operationen angezeigt. Schlecht zu hören ist jedenfalls kein unvermeidbares Schicksal.

Straße zum Herzen
„Das Ohr ist die Straße zum Herzen“, sagte schon der französische Schriftsteller der Aufklärung, Voltaire. Und die moderne Medizin gibt ihm da recht. Denn das Hören hat vielfältige soziale und psychologische Funktionen: Es erlaubt uns, Informationen aufzunehmen, uns zu orientieren und zu kommunizieren. Wir können dadurch Emotionen, die in der Stimme mitklingen, wahrnehmen und vor Gefahren gewarnt werden. Ohne Hörvermögen kann der Mensch keine Sprache entwickeln. Wer nicht gut hört, wird meist unsicher, hat das Gefühl, die Dinge nicht mehr zu verstehen, an Gesprächen nicht mehr teilnehmen zu können. Betroffene entwickeln oft ein Vermeidungsverhalten und ziehen sich zurück. Dadurch können Einsamkeit und Ängste, in der Folge manchmal sogar Depressionen entstehen.

Gehirn beurteilt die Wichtigkeit der Geräusche
Beim hörgesunden Mensch weiß das Gehirn, dass Nebengeräusche wie etwa Straßenlärm keine wichtigen Informationen enthalten. Deshalb filtert das Gehirn solche Geräusche quasi heraus, sodass der hörgesunde Mensch sie gar nicht bzw. nur als „Hintergrundrauschen“ wahrnimmt. Zwar wird der Verkehrslärm rein akustisch aufgenommen, das Gehirn entscheidet jedoch, dass der Lärm unwichtig ist und deshalb wird er kaum wahrgenommen. Ein anderes Beispiel: Wer im Dunkeln durch einen Wald geht, wo er kaum etwas sieht, ist darauf angewiesen, jedes Geräusch wahrzunehmen und richtig zu interpretieren. Das Gehirn weiß, jede Toninformation ist wichtig und muss daher deutlich wahrgenommen werden. Geht man jedoch tagsüber durch den gleichen Wald, spielen die akustischen Informationen der Umgebung eine untergeordnete Rolle, weil man etwa den Weg und etwaige Gefahren sehen kann. Das Gehirn weiß, dass Geräusche von untergeordneter Bedeutung sind und nimmt sie entsprechend weniger wahr. Bei Menschen, die lange schlecht gehört haben, ist dieses Differenzierungsvermögen des Gehirns nicht mehr richtig entwickelt. Ihr Gehirn hat verlernt, zwischen wichtigen und unwichtigen Toninformationen zu unterscheiden, weil es das lange nicht mehr machen musste. Aus diesem Grund sind Hörgeräteanfänger oft irritiert, wenn sie ihr Hörgerät tragen, weil sie jedes noch so unwichtige Geräusch in voller Lautstärke wahrnehmen. Sie müssen sich erst allmählich an das wieder gewonnene Hörerlebnis gewöhnen.

Folgende Zeichen eines beginnenden Hörverlusts sollte Beachtung geschenkt werden:

  • Schwierigkeiten, Unterhaltungen mit mehr als zwei Personen zu folgen
  • Gruppengespräche werden als anstrengend empfunden
  • Probleme beim Verstehen von Kindern und Frauen
  • Verständigungsprobleme in lauter Umgebung (Restaurant, Konferenzen, Einkaufszentrum)
  • Die Stimmen von anderen Menschen scheinen gedämpft
  • Fernsehen bei hoher Lautstärke
  • Klingeln im Ohr
  • Jemand aus der Familie leidet unter Schwerhörigkeit

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Quelle: http://www.diesalzburgerin.com

erstellt am 12.06.2013 | letzte änderung am: 17.08.2019 | Stichwörter: Hörgeräte Schwerhörigkeit Artikel